VHS-Theatergruppe WIR

Eugène Labiche:
Der Florentinerhut
26.5.1999 und 27.5.1999
Stadttheater Ratingen
Eintritt frei


Plakat
 WIR spielt Labiches „Florentinerhut“
Ankündigung im "Ratinger Wochenblatt" am 27.5.1999
 Von Hüten, Pferden und Menschen, In eigener Sache....
Pressemitteilung

WIR spielt Labiches „Florentinerhut“

Mit ihrer diesjährigen Mai-Aufführung wendet sich WIR, die Theatergruppe der VHS Ratingen, wieder der leichten Kost zu: Am 26. und 27. Mai gibt es Eugene Labiches spritzige Komödie „Der Florentinerhut“. Die Aufführungen finden um 20 Uhr im Stadttheater Ratingen, Europaring statt, der Eintritt ist frei.

Obwohl seit ihrer Uraufführung bereits 148 Jahre vergangen sind, hat die Komödie „Der Florentinerhut“ bis heute nichts von ihrer Spritzigkeit, von ihrem Tempo eingebüßt: Der titelgebende Hut wurde bereits vor Beginn der eigentlichen Handlung von einem Pferd verspeist. Dieses gehört dem jungen Lebemann Fadinard, der auf dem Wege zu seiner Hochzeit ist. Dummerweise gehörte der Hut einer verheirateten Dame, die ihn anläßlich eines Schäferstündchens im Wald an einen Baum hängte, wo ihn dann Fadinards Pferd als Leckerbissen entdeckte.

Mit der Hochzeitsgesellschaft im Nacken macht sich der Bräutigam in Spe – getrieben von der Dame und ihrem Liebhaber - nun daran, einen Ersatzhut zu besorgen, was nicht ohne turbulente Verwechslungen abgeht. Fadinard folgt der Spur eines gleichwertigen Hutes über einen Hutsalon (wo er eine Ex-Freundin trifft), den Palast einer Baronin, die eigentlich einen italienischen Tenor erwartet, bis in das Haus eines krankhaft eifersüchtigen Ehemannes... Ob er dort den Hut findet? das soll hier nicht verraten werden.

Vor zwei Jahren feierte WIR mit Camus „Der Belagerungszustand“ sein 20jähriges Jubiläum und begeisterte im vergangenen Jahr mit einer Wiederaufführung von Tankred Dorsts „Der Kater, oder wie man das Spiel spielt“. Mit dem traditionellen Weihnachtsmärchen – diesmal gab es „Peterchens Mondfahrt“ – begeisterte WIR Ende letzten Jahres wieder weit über 2000 Kinder. Der Florentinerhut ist für  die Theatergruppe nun erstmalig ein Schritt auf das Feld der reinrassigen, klassischen, tempogeprägten Komödie. Die 15 Mitwirkenden erfuhren dabei am eigenen Leib, daß diese scheinbar leichte Kost während der Proben hart zu erarbeiten ist. Dennoch hat allen die Arbeit am Stück viel Spaß gemacht und deswegen hofft WIR, das möglichst viele Besucher am 26. und 27. Mai  den Weg ins Ratinger Stadttheater finden werden.

Ankündigung

Artikel im "Ratinger Wochenblatt" am 27.5.1999

Fotos von Proben

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Programm
Von Hüten, Pferden und Menschen

Mit ihrer diesjährigen Mai-Aufführung wendet sich WIR, die Theatergruppe der VHS Ratingen, wieder der leichten Kost zu:
Obwohl seit ihrer Uraufführung bereits 148 Jahre vergangen sind, hat die Komödie „Der Florentinerhut“ bis heute nichts von ihrer Spritzigkeit, von ihrem Tempo eingebüßt: Der titelgebende Hut wurde bereits vor Beginn der eigentlichen Handlung von einem Pferd verspeist. Dieses gehört dem jungen Lebemann Fadinard, der auf dem Wege zu seiner Hochzeit ist. Dummerweise gehörte der Hut einer verheirateten Dame, die ihn anläßlich eines Schäfer-stündchens im Wald an einen Baum hängte, wo ihn dann Fadinards Pferd als Leckerbissen entdeckte.
Mit der Hochzeitsgesellschaft im Nacken macht sich der Bräutigam in Spe – getrieben von der Dame und ihrem Liebhaber - nun daran, einen Ersatzhut zu besorgen, was nicht ohne turbulente Verwechs-lungen abgeht. Fadinard folgt der Spur eines gleichwertigen Hutes über einen Hutsalon (wo er eine Ex-Freundin trifft), den Palast einer Baronin, die eigentlich einen italienischen Tenor erwartet, bis in das Haus eines krankhaft eifersüchtigen Ehemannes...
Ob er dort den Hut findet? ...sehen Sie selbst !

Vor zwei Jahren feierte WIR mit Camus „Der Belagerungszustand“ sein 20jähriges Jubiläum und begeisterte im vergangenen Jahr mit einer Wiederaufführung von Tankred Dorsts „Der Kater, oder wie man das Spiel spielt“. Mit dem traditionellen Weihnachtsmärchen – diesmal gab es „Peterchens Mondfahrt“ – begeisterte WIR Ende letzten Jahres wieder weit über 2000 Kinder. Der Florentinerhut ist für die Theatergruppe nun erstmalig ein Schritt auf das Feld der reinrassigen, klassischen, tempogeprägten Komödie. Die 15 Mitwirkenden erfuhren dabei am eigenen Leib, daß diese scheinbar leichte Kost während der Proben hart zu erarbeiten ist. Dennoch hat allen die Arbeit am Stück viel Spaß gemacht und deswegen hoffen WIR, daß auch Ihnen das Stück viel Freude bereitet.

WIR im Mai 1999

In eigener Sache....

Daß Komödien zum Schwersten gehören, das die Theaterliteratur bereithält, war uns allen vorher klar. Erst bei den Proben merkten wir, was hinter dieser Aussage steckt. Doch gehen wir chronologisch vor:
Schon kurz nach unserem Weihnachtsmärchen „Peterchens Mondfahrt“ gingen wir auf die Suche nach einem neuen Stück. Weniges kam in die engere Wahl – darunter auch Max Frischs „Die chinesische Mauer“, die wir vor 21 Jahren in Ratingen gespielt hatten – doch schnell stand für uns der Florentinerhut als neues Stück der Wahl fest. Nach dem letztjährigen Sommerstück „Der Kater, oder wie man das Spiel spielt“ stand uns einfach wieder der Sinn nach etwas heiterem.
Nun gut, am 12. Februar war die Entscheidung gefallen, die folgenden zwei Wochen (unser turnusmäßiger Probentermin ist freitags) gingen mit Lese- und Besetzungsproben ins Land. Dann, am 26. Februar kam die erste szenische Probe des ersten Aktes. Und spätestens nach diesen zwei Stunden harter Arbeit wurde uns klar, auf was wir uns eingelassen hatten.
Eine klassische Komödie, wie sie der Florentinerhut darstellt, lebt ja nicht nur vom Wortwitz. Humorvolle Szenen entstehen durch das richtige Timing, durch anscheinend harmlose Requisiten, kurz: durch minutiöses Durchgestalten einzelner Szenen.

In den folgenden Wochen gingen wir das Stück aktweise durch, setzten Szene für Szene zusammen und versuchten, durch kurze Wiederholungen die ersten Proben nicht zu schnell dem Vergessen preiszugeben. So ging das mit osterbedingten Unterbrechungen bis zum 16. April. Diese insgesamt siebte szenische Probe setzte den Schlußstrich unter den ersten Durchgang. Nun war das Stück einmal komplett gestellt, jeder wußte (im Prinzip) wann und wo er abzugehen, aufzutreten oder zu stehen hatte. Nun folgte der zweite und weitaus schwierigere Teil.
Anders als im Profi-Theater, wo in aller Regel die szenischen Proben erst beginnen, wenn jeder Akteur seinen Text kann, ist das bei uns aufgrund der beruflichen Belastung aller Mitglieder anders. Hier dienen die Proben auch dem Lernen des Textes.
Im gleichen Maße, wie alle Agierenden textsicherer wurden, kam das Fleisch an die Story: Es wurden die kleinen Details geprobt, neues ausprobiert und wieder verworfen. Einzelne Proben in kleiner Besetzung wurden genutzt, bestimmte Schüsselszenen immer wieder zu spielen um Sicherheit zu gewinnen.

Anfang Mai kam dann der erste Bühnenbautermin hinzu. Da WIR ja alle unsere Kulissen selber bauen, stand uns eine besondere Herausforderung bevor: Ein komplettes Zimmer auf die Bühne zu stellen, mit echten Türen, Wänden und allem was dazugehört. Inklusive der Türen waren so 50 m² Wandfläche zu bauen und das in transportgerechten Häppchen, um es problemlos von unserem Kulissenlager zum Stadttheater und wieder zurück transportieren zu können.
Zwischenzeitlich spielten sich auch im Verborgenen wahre Meisterleistungen ab. Um die Zeit des Stückes, die Mitte des vorigen Jahrhunderts, so genau wie möglich zu treffen, konnten und wollten wir uns nicht auf die Dienste professioneller Kostümverleiher verlassen (die leider auch meist recht teuer sind). Deswegen entstanden die Kostüme unserer weiblichen Akteure fast ausschließlich in Eigenarbeit – wie übrigens auch alle Vorhänge und Dekostoffe auf der Bühne.

Die Probenarbeit ließ mittlerweile immer mehr das Aussehen der fertigen Aufführung ahnen. Zeit also, am 18. Und 19. Mai die ersten (und letzten) beiden Arbeitsproben im Theater anzugehen. Leider fanden diese aus Gründen der begrenzten Lagermöglichkeiten nur im markierten Bühnenbild statt, erlaubten aber eine erste Annäherung an den großen Bühnenraum und die realen Platzverhältnisse, die in unserem Probenraum in der Gebr.-Grimm-Schule immer nur anzudeuten sind.
Der Rest ging dann Schlag auf Schlag: Letzte Einzelproben um noch an einigen Stellen Feinschliff anzulegen, 2. Bühnenbautermin am Pfingstsamstag und dann am Dienstag, 25. Mai, der Tag der Generalprobe. Nun kommt zum ersten Mal alles Zusammen: Bühnenbild, Kostüme, Requisiten usw.. Nur noch wenig Möglichkeiten, Schwachstellen zu reparieren, denn morgen ist Premiere. Und wenn sich dann der Vorhang öffnet, dann – ja dann müssen Sie entscheiden ob sich die Mühe auch gelohnt hat.

Wir hoffen jedenfalls, daß sich der Spaß, den wir in den insgesamt 20 Proben hatten, auch auf unser Publikum überträgt.
In diesem Sinne sagen wir: Viel Vergnügen.

Jens D. Billerbeck

P.S. Falls jemand nachzählt: 20 Proben zwischen dem 26. Februar und dem 25. Mai bedeuten auch etliche Termine am Sonntag. Besonders intensiv unser Probenwochenende vom 13. bis 16. Mai mit drei Proben, einem Grillabend und einem Wandertag...
Erst bei der Generalprobe im fertigen Bühnenbild zu spielen, würde im Profi-Theater wahrscheinlich zum Streik und Ausfall der Premiere führen. In jedem Fall bleibt die Premiere so spannend...


Besetzung
 
Der Florentinerhut
von Eugène Labiche
Stadttheater Ratingen,
26. und 27. Mai 1999, 20 Uhr
Fadinard 
Jochen Hermanns
Nonancourt 
Birgit Olligs
Vézinet 
Hiltrud Köhne
Beauperthuis 
Gereon Becker
Tardiveau 
Thomas Joppich
Bobin 
Andreas Münster
Èmile 
Henning Hallmann
Achille 
Susanne Kleuker
Félix 
Jens D. Billerbeck
Hélène 
Saskia Weilandt
Anais 
Annette Perschau
Clara 
Daniela Krüll
Baronin 
Carmen Metje
Virginie 
Sonia Boot
Corporal 
Guido H. Bruck
Dienerin 
Janina Pigath
Zimmermädchen 
Anne Diedrich
Regie 
Jens D. Billerbeck
Bühnenbild 
Jens D. Billerbeck
Ausführung 
WIR
Kostüme 
Carmen Metje, Anke Haupt
Souffleuse 
Kerstin Freund
Techn. Mitarbeit 
Thomas Kubik, Ansgar van Treeck
Spieldauer 
2 Stunden, Pause nach dem dritten Bild
Deutsche Übersetzung 
H.C. Artmann
Aufführungsrechte 
Deutscher Theaterverlag Weinheim

Fotos von Aufführungen
 

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Kritiken
(Leider ist die Qualität der gescannten Vorlagen sehr sehr schlecht. Vielleicht findet sich ein Mitglied der Theatergruppe WIR, das mir eine Vorlage in besserer Qualität  leihweise zum Scannen überlassen kann?!? GB)

Artikel in "Rheinische Post", Lokalteil Ratingen, 28.5.1999

Artikel in "Westdeutsche Zeitung", Lokalteil Ratingen, 28.5.1999


ã 1999 by VHS-Theatergruppe WIR, Fotos: van Treeck